27.09.2016 | 10:39


 


Unter den Weiden

Setz dich unter die Trauerweiden
wo dunkles Wasser ans Ufer schlägt
Jede Welle ist wahr

Dort unter den Weiden findest du Ruh
wo der Wind in Gehängen von Blättern spielt
wie in fließendem Frauenhaar

über dem Wasser, das weiter schwappt
mit einem Geräusch wie geplatzte Träume
die der Mai, der Gaukler, gebar

Achte nicht drauf, schau die Weide nur an
herrlich verhalten bewegter Baum
Weide und Wind sind ein Paar

Bleib noch unter den Weiden am See
keine Spur mehr von Trauer an ihnen
Bäume nicht wissen, was war

Hartmut Warm

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XVIII«

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