22.07.2017 | 08:47


Abschied nach Rilke

Gefühlten Abschied trage ich schon lange
Weilt in mir sein dunkles aufgebrochenes Siegel
Am Finger ringt noch Schönverbundnes.

Ein Zuschauer war ich und ohne Wehr
Lostrommeln will nun das verbeulte Herz
In einer Kammer türmt sich Unverwundnes.

Es ist – als wär's bei allen Frauen gleich -
Das bange aufgeworfene Sich-in-Frage-Stellen
Selbstwerte verlieren einst Empfundnes.

Ich bin so hastig abgeflogen – Dein Winken
Schon nicht mehr auf mich bezogen hat ein
Kuckuck unser Liebesnest.

Ingrid Walicht

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XIX«

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