2.04.2015 | 05:04


 


Die Reise

Die Nächte verbracht, um die Reise vorzubereiten.
Um die Orte zu wählen, die wir besuchen wollten.
Die Grotte, wo noch deine Träume versteckt sind.
Das Feld, wo ich alle meine Sehnsüchte gesät habe.
Flüsse aus Worten, um die Vorfreude zu steigern.

Um alles zu sehen, planten wir unser ganzes Leben.
Um sämtliche Farben des Regenbogens zu berühren.
Um endlich auch Sirius aus der Nähe zu betrachten.
Die Ziele waren gesteckt, die Koffer waren gepackt,
So nahmen wir uns an die Hand und gingen wir los.

Je weiter wir schritten, umso näher kamen wir uns.
Du hast für mich geatmet, mein Herz schlug für dich.
Wenn ich müde war, nahmst du meine Last auf dich.
Wenn du Durst hattest, suchte ich dir eine Quelle.
Es ist himmlisch zu reisen, mit der Liebe im Gepäck.

Vielleicht war es im Norden, als die Aurora verging.
Oder an dem Tag, als die Regenzeit nach Afrika kam.
Eine Hand ließ los, um einen Gedanken zu verjagen.
Die Hände, blind, versuchten sich wiederzufinden.
Doch gab es immer mehr Gedanken zu vertreiben.

Es wurde nun schwierig, gemeinsame Ziele zu finden.
Ich schlug die Ozeane vor, du wolltest in die Berge.
In der Wüste sahen wir nicht dieselbe Fata Morgana.
Du wirktest übermüdet, ich klagte über Schmerzen.
Die Reise ist beendet, doch wir haben ein Leben zu leben.

Rocco Borraccia

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XVII«

 

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